Mountainbike: Trails selber anlegen

Trails sind für Mountainbiker das Herzstück der Abfahrt
Das Radfahren im Allgemeinen zählt mit zu den beliebtesten Hobbys der Deutschen. Während viele Radfahrer sich entweder nur an klassischen Radfahrtagen wie dem 1. Mai auf den Drahtesel schwingen, zählt die Mountainbike-Gemeinde, neben den Rennradfahrern, zu den aktivsten ,,Gruppierungen“ der Radfahrer.
Das Mountainbiking steht oft im direkten Zusammenhang mit dem Begriff der Naturverbundenheit sowie der Freiheit, und wird nicht selten auch als Extremsport bezeichnet.

Insbesondere das Mountainbiken auf dafür angelegten Trails, speziell dafür vorgesehenen Strecken, verspricht Fahrspaß und Adrenalinausstoß. Neben sogenannten Downhilltrails, welche sich, wie bereits der Name vermuten lässt, darauf fixieren eine anspruchsvolle Stecke bergab zu bewältige finden auch ,,Flat-Trails“ sowie Trailparks immer größeren Anklang.

Der Fantasie des Streckendesigns sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Sie variieren jedoch stark in der Schwierigkeit und sind ferner nicht in jeder Region vorzufinden. Viele Mountainbiker sind daher bestrebt sich ihre Trails selbst anzulegen.
Doch worauf ist zu achten wenn ich meine eigene Strecke erstellen möchte, was für Gefahren gibt es, und was brauche ich eigentlich dafür?

Vorbereitung eines Trails

Zunächst ist das wichtigste, die passende Location für die erste eigene Trail zu finden. Es eignen sich eigentlich fast alle

  • Waldgebiete
  • Felder
  • Bergpassagen
  • Militärgelände
  • stillgelegte Weinberge
  • Steinbruche

kurz alles was nicht „regulär“ von Passanten, Radfahrern, Spaziergängern oder Autofahrern genutzt wird. Betonung liegt hier jedoch auf dem Wort ,,eigentlich“. Leider ist es nämlich in der Regel nicht gestattet ein privates Gelände, oder Grundstück ohne ausdrückliche Genehmigung zu betreten, befahren oder geschweige denn umzubauen. Hierzu zählen auch Waldpassagen, es ist auch in diesen Fällen eine Genehmigung seitens eines Försters oder der zuständigen Gemeinde vonnöten. Beruhigend kann jedoch angeführt werden, dass in den meisten Fällen ein kurzes Gespräch ausreichend ist, und, sofern man bereit ist auf etwaige Schadensersatzansprüche zu verzichten und die Trail hinterher wieder zu beseitigen, meistens nichts im Wege stehen sollte.

Ist die geeignete Strecke gefunden, so gilt es zunächst die Strecke, sei es im Kopf oder besser kurz auf Papier, zu konzipieren. Auch kann die Trail, etwa mit kleinen Holzstöcken, bereits abgesteckt werden.

Im Anschluss sollte man sich den Zeitplan aufstellen und an das Equipment machen.

Equipment

Da meist im Voraus schwer abzuschätzen ist, in welchen Vegetationszustand sich die gewünschte Strecke befindet empfiehlt es sich diverse Gartengeräte einzupacken. Hierzu gehören neben verschiedenen

  • Scheren
  • Sägen
  • Schaufeln
  • größere Bolzenschneider
  • Spitzhacken
  • Äxte

Enorm hilfreich ist auch eine Schubkarre, durch sie können größere Mengen Erde schnell von A nach B transportiert werden um beispielsweise einen ,,Kicker“ zu bauen. Oftmals helfen auch Spanngurte um kleinere Äste nicht abschneiden, sondern einfach zur Seite zurren zu können. Mit Tapebändern lässt sich die Strecke zudem auf Wunsch kennzeichnen um auch anderen Fahrern die Strecke zugänglich zu machen.

Erstellen der Strecke

Ist die Trail abgesteckt und das nötige Equipment vor Ort, kann mit dem Trails anlegen begonnen werden. Wichtig ist hierbei zunächst die eigentliche Streckenführung von hereinragenden Ästen, Büschen, Steinen (sofern selbige nicht genutzt werden sollen), kleineren Bäumen und anderen eventuell gefährlichen Einflüssen zu befreien.

Hier ist es oftmals sehr hilfreich Helfer mit sich zu haben. Sicherheit steht hier, unabhängig der Fähigkeiten der Biker, an erster Stelle! Nach erneuter Streckenbesichtigung können erste Details wie zum Beispiel kleinere Sprünge oder Unebenheiten eingebaut werden.

Beim Trails anlegen ist dies meist der kreativste Part. Hierbei kann sich kreativ ausgetobt werden. Es können Baumstämme in die Strecke gelegt, Hügel aufgeschüttet oder andere Hindernisse platziert werden. Ist die Strecke nach den eigenen Wünschen angelegt ist das eigentliche Trails anlegen beendet und die Trail kann erstmals probe gefahren werden.

gute Trails für Downhill-Bikes sind ein beliebtes Ausflugsziel

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Was sollte ich beim Trails anlegen vermeiden?

Wie bereits oben erwähnt sollte IMMER darauf verzichtet werden ohne ausdrückliche Erlaubnis eine Strecke zu erstellen. Selbst das bloße Beschneiden von Büschen und Ästen kann gesetzlich verfolgt werden! Auch sollte man sich, sofern dies vereinbart wurde, daran halten die Strecke nach verlassen wieder in den Ausgangspunkt zu versetzten (zumindest soweit wie möglich).

Normalerweise sollte nicht darauf hingewiesen werden, allerdings kommt dies immer wieder vor -Umweltverschmutzung umbedingt vermeiden-. Man sollte sich stets im Klaren sein, dass man durch das Entladen oder Zurücklassen des eigenen Mülls nicht nur sich selbst, sondern auch anderen Mountainbikern in Zukunft die Chance nimmt selbst Tracks anzulegen sofern dies immer wieder zu, teilweise massiver, Verschmutzung und/oder Zerstörung führt. Ein Förster wird nach einem solchen Vorfall sicherlich keine zweite Erlaubnis erteilen.

Man sollte außerdem immer auf die Streckensicherheit bedacht sein. Es rät sich mehrmals die Strecke abzulaufen und nach Verletzungsrisiken Ausschau zu halten sowie selbige direkt zu beseitigen.

Ratsam ist es ebenfalls die Track nicht direkt zu Beginn extren technisch anspruchsvoll zu konzipieren. In den meisten Fällen kann das Anspruchslevel der Strecke auch nach befahren noch angepasst werden.

Bei vielen verunglückten Bikern trug ein Zusammenspiel aus Unerfahrenheit und Selbstüberschätzung zu schweren Stürzen bei.

Fazit

Bedenkt man die wichtigsten Faktoren und verfügt über das notwendige Equipment, ist das Erstellen eigener Mountainbiketracks eine überaus bereichernde Erfahrung. Insbesondere durch das eigene Individualisieren der Strecke lässt sich so jedes Skill-level bedienen.

Schnell wird man merken, auf wie viele Arten sich eine Track konzipieren lässt. Dies kann selbst soweit führen, dass gesamte Areale durch Holzplatten verstärkt, Kurven versteilt, Gaps vergrößert und Kicker erhöht werden.

Bildquelle: bigstock-ID-21583171-by-Maksym_Protsenko

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