Mit dem Fahrrad rund um den Gardasee

So verbringt man seinen Fahrradurlaub am besten ( Bildquelle: EnjoyLife– Bigstock® )

Der Gardasee – die 158km lange Umrundung erfordert Kondition, aber das umwerfende Panorama entlohnt jeden Kilometer. Was muss man gesehen haben? Was sind die leckersten Spezialitäten? Das und weitere Tipps für die große Tour erfahren Sie hier.

Fahrradcheck

Bevor es losgeht, ist bei einer Fahrradtour natürlich die Funktionstüchtigkeit des Bikes am wichtigsten. Überprüfen Sie ihr gutes Stück vor der großen Fahrt am besten anhand dieser Checkliste:

Bremsen und Schaltung

Sind die Markierungen an den Bremsbelägen noch sichtbar? Wenn nicht, müssen diese ausgewechselt werden. Bei Gangschaltungsjustierungen besser zum Fachmann gehen!

Kette

Kette mit einer Bürste säubern und anschließend ölen. Mithilfe eines Kettenprüfers lässt sie sich auf Verschleiß prüfen.

Reifen

Kleine Steine aus dem Reifenprofil entfernen und Luftdruck überprüfen. (der optimale Druck ist auf dem Reifen erkennbar)

Schrauben

Alle Schrauben nochmal fest ziehen (Rahmen, Sattel, Lenker)

Vor der Radtour sollten Sie sich bestenfalls auch noch mal diesen Artikel zum Thema Straßenverkehrsordnung für Fahrräder durchlesen.

Was mitnehmen?

Beim Packen des Koffers (Rucksacks) müssen Sie vor allem eines beachten: Das gesamte Gepäck ist die ganze Zeit auf Ihrem Rücken! Packen Sie deshalb nur das nötigste ein und denken Sie neben Kleidung, Kulturbeutel, Sonnencreme, Kamera, Karte vom Gardasee, Handy etc. an diese Dinge:

  • Sonnenbrille, ggf. Radbrille
  • Taschenmesser
  • Fahrrad-Schloss
  • Ersatzschlauch
  • Trinkflaschen
  • Luftpumpe und Flickzeug

Informationen zur wichtigen Reiseapotheke finden Sie hier. Sollten Sie sich entschieden haben im Zelt zu übernachten, müssen Sie natürlich noch Campingausrüstung mitnehmen.

Die Route

Der Lago die Garda ist ein wahres Fahrrad-Eldorado. Er bietet wunderschöne grüne Landschaften, malerische Strände, kleine, romantische Orte mit viel Kultur und die Trientiner Berge, die wie Wächter über dem See thronen. Halten Sie einfach dort an, wo es Ihnen gefällt, oder wo Sie die Nacht über bleiben wollen. Die schönsten Fleckchen im Uhrzeigersinn um den See sind:

  • Malcésine: Die Altstadt von Malcésine ist ein Labyrinth aus mittelalterlichen Gässchen, die kleine Cafés, Bistros, Lädchen und exzellente Restaurants beherbergen. Ein Abstecher auf die Skaligerburg lohnt sich ebenfalls, da man von oben eine traumhafte Aussicht auf den Gardasee hat. Das Wahrzeichen der Stadt ist das „Palazzo dei Capitani del Lago“, wo die venezianischen Gouverneure des Ostufers während der Herrschaft Venedigs (1405 bis 1797) residierten.
  • Bardolino: Bardolino – das kenn ich doch! Genau, der kleine, lebhafte Ort am Ostufer des Sees ist wegen seines Rotweins in aller Munde. Das einstige Fischerdorf versprüht immer noch eine urbane Atmosphäre und seine Weinberge und Olivenhaine machen das mediterrane Flair perfekt. Hier bietet sich eine Wein- oder Olivenölprobe an, oder einfach nur ein entspannendes Abendessen direkt am Seeufer.
  • Lazise: Der kleine Ort direkt neben Bardolino lockt mit autofreier Altstadt und zinngekrönter Stadtmauer. Die stets belebte Uferpromenade lädt zu einem abendlichen Spaziergang ein. Mit Blick auf den Sonnenuntergang auf dem See schmeckt das Eis gleich noch viel besser.
  • Sirmione: Sirmione ist wohl der romantischste Ort am Gardasee – verwinkelte kleine Gässchen in der Altstadt, Zypressen- und Olivenhaine, eine Wasserburg und eine Heilquelle, die aus dem Boden des Gardasees entspringt. Lohnenswert ist auch ein Besuch der „Grotten des Catull“, die Ruinen einer der größten römischen Villen Italiens.
  • Manerba: Die Gemeinde Manerba bilden acht Dörfer, die inmitten des Weinanbaugebiets Valtènesis liegen. Einen wunderschönen Blick auf die Südseite des Gardasees genießt man vom Rocca di Manerba, einer Burgruine in Montinelle. Manerba bietet außerdem schöne lange Strände, um sich von den Strapazen der Fahrradtour zu erholen.

    Limone ( Bildquelle: © Andy Sotiriou/Photodisc/Thinkstock )

    Limone ( Bildquelle: © Andy Sotiriou/Photodisc/Thinkstock )

  • Limone: Am Fuß eines Berghangs, terrassenförmig an den See gebaut, liegt Limone. Kleine Gässchen, zuckersüße Souvenirläden, Olivenhaine und Zitronengärten so weit das Auge reicht. Limone ist wahrscheinlich die Stadt mit dem meisten Tourismus, trotzdem hat das Örtchen seinen Charme noch nicht verloren.

Beim Anbieter Dertour findet man auf der Website Übersicht und Angebote zu Fahrradurlauben am Gardasee. Das erspart Ihnen die Unterkunftssuche, wenn Sie nicht campen oder sich selbst darum kümmern wollen.

Ernährung auf der Tour

Es sollte sich von selbst verstehen, dass eine gesunde, ausgewogene Ernährung bei einem Aktivurlaub essentiell ist. Wer schon mal hungrig Sport gemacht hat, der weiß auch, was der berühmte „Hungerast“ ist, der eintritt, wenn man intensiv trainiert, die Kohlehydratspeicher im Körper aber leer sind. Dies führt zur sogenannten Hypoglykämie (Unterzuckerung). Für den Körper heißt das – Feierabend! Kraftlosigkeit, Schweißausbrüche, Übelkeit, Schwindelattacken, Schwarzbild vor den Augen und Zittern sind die Folgen. Damit dies nicht passiert, hier ein kleiner Ernährungs-Guide:

Kohlenhydrate: Sie bestehen aus mehreren Zuckerbausteinen. Man unterscheidet zwischen Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker. Je komplexer die Bausteine sind, desto länger braucht der Körper, um sie zu zerlegen und vor allem nutzbar zu machen.

Einfachzucker (z.B. in Obst, Sportriegeln und -gels) sorgen für einen schnellen, nur kurz anhaltenden Energieschub.

Mehrfachzucker(z.B. in Kartoffeln, Gemüse und Getreideprodukten) gehen langsamer ins Blut und bedeuten eine lang anhaltende, konstante Energiezufuhr.

Es gilt also, bei den großen Mahlzeiten auf Mehrfachzucker-Zufuhr zu achten, für den nötigen Energieschub zwischendurch auf Einfachzucker zurückzugreifen.

Mineralstoffe, Vitamine etc.: Auf einer Radtour wird natürlich viel geschwitzt. Über den Schweiß gehen wichtige Mineralstoffe (Kalium, Calcium, Natrium, Magnesium, Eisen) und Vitamine verloren. Daher Mineralstoff-Verluste unbedingt durch Mineralwasser und Saftschorlen ausgleichen.

Fette: Fette sind ideale Energiespeicher für lang anhaltende Belastungen. Hier ist aber entscheidend, „gute Fette“ (hoch an ungesättigten Fettsäuren) zu sich zu nehmen, wie z.B. mageres Fleisch, Fisch, Nüsse oder pflanzliche Öle. „Schlechte Fette“ (reich an gesättigten Fettsäuren) sind z.B. Butter, Milchprodukte, fettes Fleisch und Fertigprodukte.

Proteine (Eiweiße): Sämtliche Stoffwechselvorgänge funktionieren durch Proteine und sorgen dafür, dass es dem Körper auch nach den zurückgelegten Kilometern gut geht. Gute Eiweißlieferanten sind mageres Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Hülsenfürchte, Getreide und Kartoffeln.

Und hier noch drei Tipps, die man auf langen Touren stets beherzigen sollte:

  • Niemals auf Frühstück vor einer Radtour verzichten!
  • Ständig Nahrung zu sich nehmen! (Apfel, Bananen, Müsli-/Energieriegel)
  • Viel trinken! Drei Liter Flüssigkeit pro Tag sind das Minimum (Mineralwasser, Apfelschorle schwarzer Tee mit Traubenzucker)

Weitere Ernährungstipps finden Radsportler bei Nestles Ernährungsstudio.

Antipasti, Pasta, Pizza & Co

So wird Ihre Fahrradtour zum Hit ( Bildquelle: Kraig Scarbinsky/Digital Vision/Thinkstock )

So wird Ihre Fahrradtour zum Hit ( Bildquelle: Kraig Scarbinsky/Digital Vision/Thinkstock )

In Italien sind Sie genau an der richtigen Stelle, wenn es um eine Zwischenstärkung oder ein belohnendes Abendessen geht. Auch wenn die Verführungen an jeder Ecke locken, achten Sie auf unsere Ernährungstipps! Teilen Sie sich die italienischen Sünden mit Ihren Tourkollegen und essen Sie genügend Gemüse und Obst dazu. Diese Leckereien aus der italienischen Cucina dürfen Sie sich aber trotzdem auf keinen Fall entgehen lassen:

  • Cassata (Schichttorte mit kandierten Früchten)
  • Brasato (in Rotwein geschmorter Rinderbraten, dazu Polenta)
  • Ossobuco (Beinscheiben von Kalb oder Rind in Tomatensauce geschmort)
  • Pesto Genovese (Basilikumpesto)
  • Pizza alla Vongole (Pizza mit Venusmuscheln)
  • Risotto alla Milanese (Safran-Risotto)
  • Zabaione (lockere, süße Weinschaumcreme)

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