Fahrrad mit in Urlaub – Welche Möglichkeiten gibt es?

Wenn man das Fahrrad mit in den Urlaub nehmen möchte gibt es viele Möglichkeiten ( Bildquelle: SerrNovik– Bigstock®)

Wer mit dem Fahrrad seine Urlaubsgegend erkunden will, leiht sich entweder einen Drahtesel vor Ort oder er nimmt sein eigenes Fahrrad einfach mit dem Urlaub. Das ist natürlich ein wenig komplizierter zu transportieren wie etwa eine Reisetasche. Die Möglichkeiten sind allerdings vielfältig.

Mit dem Auto das Fahrrad mitnehmen

Ist der Kofferraum groß genug, kann das Rad am einfachsten dort transportiert werden. Allerdings dürften die wenigsten Urlauber aufgrund des Gepäcks hier tatsächlich noch ausreichend Platz haben. Die meisten werden daher zum Auto-Gepäckträger greifen. Diesen gibt es in zwei Varianten, entweder für das Dach oder für das Heck.

Für jeden Dachgepäckträger sind Schienen erhältlich, auf denen der Drahtesel befestigt wird. Damit der Gepäckträger selbst montiert werden kann, muss das Auto jedoch über eine Dachreling verfügen. Die ist vor allem bei Kombis serienmäßig vorhanden, kann bei Bedarf aber nachgerüstet werden – was allerdings nicht gerade preiswert ist. Die Nachrüstung sollte zudem von einem Fachmann vorgenommen werden. Günstiger ist es auf jeden Fall, die Reling schon beim Kauf des Autos zu ordern, sofern sie nicht eh bereits in der Serienausstattung enthalten ist.

Beim Beladen muss die zulässige Dachlast im Auge behalten werden. Zwei Fahrräder sind in der Regel kein Problem, bei vieren kann es knifflig werden. Das Gewicht des Gepäckträgers muss mitberechnet werden.
Das Rad auf dem Dach zu transportieren, ist zwar eine besonders platzsparende Lösung. Allerdings müssen sich die Fahrer auf ein verändertes Fahrverhalten einstellen, schließlich ist das Auto mit den Fahrrädern obendrauf höher und bietet mehr Luftwinderstand. Gesetzliche Regelungen gibt es zwar nicht, empfohlen wird aber eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Weiterer Nachteil: Das Auf- und Abladen ist wegen der Höhe nicht ganz ohne.

Mit einem Heckträger für das Auto in den Urlaub

Das gestaltet sich beim Heckträger ein wenig einfacher. Diesen gibt es in zwei Ausführungen: Entweder wird er auf der Anhängerkupplung montiert oder, falls nicht vorhanden, mit Klammern und Haken direkt an der Heckklappe fixiert. Letzteres funktioniert allerdings nur bei Autos mit Steilheck, wie zum Beispiel Kombis oder Kompaktwagen.

Das Fahrrad auf dem Heckträger hat zwar keinen so starken Einfluss auf das Fahrverhalten wie der Dachgepäckträger, und auch das Auf- und Abladen funktioniert besser. Nachteilig ist aber die knifflige Montagearbeit. Zudem ist die Gefahr größer, sich bei unachtsamer Handhabung eine Schramme oder gar eine Beule ins Blech zu rammen. Beim Beladen des Kofferraums müssen Urlauber zudem daran denken, dass sie mit einem Heckgepäckträger die Klappe nicht mehr öffnen können, ohne die Fahrräder vorher wieder abzumontieren. Wichtige Utensilien für die Reise sollten also im Innenraum aufbewahrt werden.
Manche Autohersteller bieten, ähnlich wie bei der Vorbereitung für Kindersitze, fertige Systeme am Werk an.

Für welche Lösung man sich auch entscheidet, der Kauf sollte sorgfältig vorbereitet und geplant und nicht nebenbei oder in der Hektik kurz vor der Abreise erledigt werden. Verbrauchertests zeigen, dass es bei Handhabung und Qualität der Träger teilweise enorme Unterschiede gibt. Gerade wenn man vorhat, das Rad öfters mit dem Auto zu transportieren, sollte man sich gründlich beraten und nicht nur den Preis entscheiden lassen. Bei der Auswahl helfen auch diverse Testberichte im Internet.

Das Fahrrad im Zug mitnehmen

Einsteigen, Fahrrad in die vorgesehene Halterung hieven, hinsetzen und die Reise kann beginnen. Mit dem Zug lässt sich das Fahrrad ganz unkompliziert transportieren, die Bahn bietet im Fern- und Auslandsverkehr spezielle Abteile für die Fahrradmitnahme an. Benötigt werden eine Fahrradkarte und eine Stellplatzreservierung, die mit der Fahrkarte mitgebucht werden kann. Für den zweirädrigen Passagier zahlen Inhaber einer BahnCard sechs Euro, ohne BahnCard werden neun Euro fällig. Die Bahn empfiehlt, den Stellplatz wenigstens einen Tag vor Reiseantritt zu reservieren. Für Reisen ins Ausland muss eine Internationale Fahrradkarte erworben werden. Diese kostet zehn Euro und ist bis zum Zielbahnhof gültig, die Stellplatzreservierung ist im Preis bereits enthalten. Wer im Ausland umsteigen will, muss jedoch damit rechnen, dass er im Nahverkehr sein Rad nicht überall hin mitnehmen kann.

Achtung: Tandems, Liegeräder oder ähnliche spezielle Modelle dürfen nicht in allen Fernzügen transportiert werden, auch dann, wenn diese über Fahrradabteile verfügen. Für diese Räder müssen besondere Stellplätze gebucht werden.
Wer seinen Drahtesel demontieren oder zusammenklappen kann, kann ihn als kostenloses Handgepäck befördern lassen, demontierte Räder müssen aber verpackt werden. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass sich das Rad problem- und gefahrlos unter oder über dem Sitz verstauen lässt.

Mit dem Flugzeug in den Urlaub

Mit dem eigenen Fahrrad die herrliche Landschaft Kretas erkunden. Oder durch die wilde Landschaft der kanarischen Insel Lanzarote radeln. Ein Traum für jeden Fahrradurlauber, der aber nicht ganz unkompliziert zu erfüllen ist. Beim Zug sind die Regeln und Voraussetzungen überschaubar, die zahlreichen Fluggesellschaften handhaben den Fahrradtransport dagegen völlig unterschiedlich. So verlangen manche Gesellschaften gesonderte Gebühren (die je nach Strecke nicht unerheblich sein können), bei anderen wird das Gewicht einfach auf das übrige Gepäck aufgeschlagen. Bleiben Rad und Koffer unter dem erlaubten Gesamtgewicht, kostet der Transport nichts extra. Faustregel: Wer sein Fahrrad mit dem Flugzeug mit in den Urlaub nehmen möchte, sollte sich unbedingt frühzeitig bei seiner Fluggesellschaft oder im Reisebüro nach den Modalitäten erkundigen.

Im Gegensatz zum Auto oder zum Zug hat man sein Rad während des Flugs nicht im Auge, wie alle Gepäckstücke wird es natürlich im Frachtraum transportiert. Wer einmal gesehen hat, wie beim Be- und Entladen mit Koffern und Reisetaschen umgegangen wird, weiß, dass das ladende Personal das Gepäck nicht unbedingt mit Samthandschuhen anfasst. Im eigenen Interesse sollten Urlauber ihr Rad also gut verpacken, bevor sie es am Schalter abgeben. Es empfiehlt sich, die Lenker längs zu stellen und die Pedale abzuschrauben und das Rad in einen Karton, einen Kasten, eine Tasche oder in reißfester Folie einzuschlagen. Empfindliche Teile wie etwa das Schaltwerk können zusätzlich mit Luftpolsterfolie oder Pappe gepolstert werden. Einzelne Fluggesellschaften haben spezielle Verpackungsvorschriften, die unbedingt eingehalten werden müssen. Oft wird verlangt, die Luft aus den Reifen zu lassen, da man befürchtet, dass diese wegen des veränderten Drucks während des Fluges platzen könnten. Das macht zwar dem Flugzeug nichts aus, ein undefinierbarer Knall könnte aber zu Irritationen in der Kabine führen.

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