Fahrrad der extravaganten Art: das Liegerad

Liegefahrrad

Das Liegerad ist ein Fahrrad, welches eine nach hinten gelegte Sitz – oder Liegeposition besitzt. Im Gegensatz zu einem normalen Fahrrad besitzt das Liegerad keinen Sattel, sondern einen Schalen – oder Netzsitz. Sowohl die Pedale, als auch das Tretlager sind beim Liegerad vorne befestigt. Ebenfalls ist das Liegerad nicht schwerer zu fahren als ein gewöhnliches Fahrrad. Je nach Modell können jedoch beispielsweise Lenkerformen variieren, sodass eine kurze Zeit zum Eingewöhnen erforderlich ist. 

Die Geschichte des Liegerads

In den 80ern und 90ern des 19. Jahrhunderts wurden viele Varianten im Fahrradbau mit dem Kettenantrieb entwickelt. Bereits darunter befanden sich einige Modelle verschiedener Liegeräder. Im Jahr 1904 entwickelte der Hersteller Peugeot ein Liegerad, was ebenfalls in einer Großserie produziert wurde. Seit diesem Zeitpunkt folgten weitere Herstellern dieser Idee und produzierten ebenfalls verschiedene Liegeräder in Großserie. Die Nachfrage nach den Liegerädern stieg stetig an. Im Gegensatz zu einem Auto waren die Anschaffungskosten sehr gering und konnten daher auch von den meisten Menschen gekauft werden. Auch nach der Nachkriegszeit wurden die Räder häufig nachgefragt, da sie immer noch deutlicher billiger als ein Auto waren. Einige Jahre nach dem Krieg ging die Nachfrage jedoch deutlich zurück, da mehr Menschen bereit waren, sich ein Auto für den privaten Gebrauch zu kaufen.

Die wichtigsten Vorteile eines Liegerads

Bei einem Liegerad wird eine sehr entspannte Liegeposition eingenommen. Dabei werden die Handgelenke, die Schultern, die Arme und der Rücken nicht belastet. Die Hände werden auf den Lenker abgelegt, sodass der Oberkörper nicht auf dem Rad abgestützt werden kann, wie es bei einem normalen Fahrrad der Fall ist. Dadurch, dass beim Liegerad der Kopf nicht nach oben bewegt werden muss, wird die Nackenmuskulatur ebenfalls entspannt.

Beim Fahren mit einem Liegerad besitzt die Wirbelsäule eine sehr entspannte Lage. Die Bandscheiben werden unter anderem dabei geschont und nicht belastet. Auch erzeugt kein Sattel einen Druck, der mögliche Schmerzen im Gesäßbereich oder Einklemmungen von Nerven hervorrufen könnte. Bei längeren Stecken ist zudem eine Reizung in den Fingern ausgeschlossen.
Ein weiterer Vorteil des Rades ist zudem die effektive Kraftübertagung. Dadurch, dass das Becken und der Oberkörper abgestützt werden, kann die Kraft auf die Tretkurbeln sehr leicht und schnell übertragen werden. Dadurch ist keine große Anstrengung nötig, um auch auch einmal höhere Geschwindigkeiten mit dem Liegerad zu erreichen.
Der Luftwiderstand ist gegenüber normaler Fahrräder um ungefähr 20-30 % geringer. Dies kommt durch die hochliegenden Beine zustande. So ist es für den Fahrer ebenfalls deutlich leichter, die Kraft effektiv für das Liegerad zu nutzen. So werden die Muskeln geschont und ein Muskelversagen ist fast komplett ausgeschlossen.
Das Liegerad ist daher ein Fahrrad der extravaganten Art und bietet eine sehr gute Alternative zum normalen Fahrrad.

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