Alternative zum Fahrradfahren – Spinningrad?

Spinning unterscheidet sich stark vom Fahrradfahren ( Bildquelle: andres– Bigstock® )

Sie gehören zu jedem Fitnessstudio: Spinningräder gelten als Trend auf dem Markt der Körperertüchtigung. Die Bikes, die fest auf dem Boden angebracht werden, bieten ein ideales Training, das entweder für isolierte Übungen eingesetzt oder als Vorbereitung für Radrennen genutzt werden kann.

Die Bandbreite der Möglichkeiten erstreckt sich von der Stärkung der Muskeln bis in den Bereich zur Verbesserung der Kondition. Vor allem als Vorbereitung für anstrengende Fahrradrennen oder langfristige Fahrradurlaube eigenen sie sich hervorragend. Allerdings sind sie mit Vorsicht zu genießen. Es muss eher als eine bissige und nicht so leicht zähmbare Variante des üblichen Fahrrades angesehen werden. Und doch, wer einmal damit umzugehen gelernt hat, wird diesen Tausendsasa für das regelmäßige Training in keinem Falle mehr missen wollen.

Was ist ein Spinningrad?

Wer bereits ein Sportstudio besucht hat, wird stets auch einige festmontierte Bikes dort gesehen haben. Sie unterscheiden sich im Regelfall aber von jenem Ergometer, mit dem sich der Sportler auf die anstehende Belastung vorbereitet und auf dem er sein Aufwärmprogramm absolviert. Beide Zweiräder lassen sich in ihrer Verwendung nicht miteinander vergleichen. Insbesondere das Spinning stellt eine eigene Sportart dar, welche sich vornehmlich an Personen richtet, die ihren Körper ganzheitlich trainieren wollen.

Die einzelnen Muskeln werden hierbei ebenso angesprochen wie die allgemeine Fitness, die Schnelligkeit und die Ausdauer. Dienste, die der Ergometer in dieser Form nicht bieten kann, da bereits seine Sitzposition von jener des Indoorbikes abweicht und es somit eher für ein gemächliches Einradeln geeignet ist. Wer über ein solches Gerät für den Heimbedarf nachdenkt, sollte diesen grundsätzlichen Unterschied daher beachten. Spinningräder besitzen daneben aber viele weitere Eigenschaften, die sie zu einem unerlässlichen Partner für das Training werden lassen.

Die Eigenschaften auf einem Blick

Ein solches Spinningrad ist ein wahres Kunstwerk, das unterschiedliche Besonderheiten auf sich vereint. Diese liegen insbesondere in den folgen Punkten:

  • Schweres Gewicht, um die Intensität zu erhöhen
  • Flache und somit ergonomische Sitzposition
  • Einbeziehung aller Körperteile in das Training
  • Starrer Lauf, wodurch ein stetes Treten notwendig ist
  • Schnelle Beschleunigung und somit Variation des Trainings
  • Eine daraus folgende erhöhte Trittfrequenz
  • Bei geübten Sportlern wird sich ein runder und ruhiger Lauf des Schwungrades einstellen
  • Das Training bietet damit Möglichkeiten, die herkömmliche Bikes nicht besitzen


Bereits daraus wird erkennbar, dass sich ein solches Gerät keinesfalls mit dem Ergometer vergleichen lässt. Die Eigenarten wirken sich in direkter Weise auf das Training aus und bieten damit unschätzbare Vorteile – wenn man mit ihnen umzugehen versteht. Denn gerade die durchaus üppige Herausforderung dürfte für Laien eine hohe Hürde darstellen. Die Zielgruppe der Spinningräder liegt somit zurecht in Sportlern, die bereits über Erfahrungen im Ausdauertraining verfügen.

Für wen eignet sich das Spinningrad?

Zunächst einmal sollten Sportler damit umgehen, die tatsächlich jede einzelne Faser des Körpers trainieren wollen. Denn mit den Geräten lässt sich nicht einfach nur Fett verbrennen oder ein wenig was für das Wohlbefinden tun. Durch den starren Lauf ist der Athlet gezwungen, jederzeit zu treten.

Pausen darf er sich hier nicht erlauben. Da sich in den Laufrädern aber zusätzliche Gewichte befinden, kann sich schnell eine eigene Dynamik einstellen, bei der sich das Tempo mit der Zeit spürbar erhöht. Dieser Intensität können gerade Neueinsteiger sowie untrainierte Personen anfangs meist nicht folgen.

Daneben lohnen sich derartige Bikes lediglich dann, wenn man bereit ist, sie vollumfänglich zu nutzen. Und das geht nur, wenn der Anwender fähig ist, am Lenker zu reißen und sich mit aller Kraft und dem gesamten Gewicht in die Pedale zu stemmen. Erst unter dieser Voraussetzung kann das Rad seine gesamte Power unterstreichen.

Die Vorteile des Spinningrades

Derartige Bikes besitzen eine sehr flache Sitzposition, die eher dem Rennrad ähnelt, statt an ein Mountainbike zu erinnern. Der Athlet wird damit in eine windschnittige Form gepresst. Eine solche also, die er vom Radrennen, dem Triathlon oder dem Mehrkampf bereits kennt.

Durch die hohe Intensität und das ansteigende Tempo wird es zudem nötig sein, aus dem Sattel zu gehen, die Arme einzubeziehen und tatsächlich mit der gesamten Kraft des Körpers die Anstrengungen zu meistern. Hierdurch wird neben den Beinen und der Fitness natürlich auch der Bereich der Arme und Schultern sowie der Brust und des Rückens mittrainiert.

Einen weiteren Vorteil bietet das Spinningrad durch seine stationäre Montage. Selbst wenn Schnee und Eis die Erde bedecken oder Wind und Regen eine Ausfahrt unmöglich machen, muss auf das regelmäßige Übungsprogramm nicht verzichtet werden. Dieses lässt sich daheim vor dem Fernseher oder dem Radio mühelos bewältigen – das eigene Wohlbefinden wird es danken.

Die Nachteile des Spinningrades

Demgegenüber muss im Vergleich mit dem Ergometer mit deutlich höheren Kosten gerechnet werden. Auch ist ein solches Gerät nicht geeignet, um zwischendurch ein paar Kalorien zu verbrennen. Wer sich ein Spinningrad anschafft, sollte bereits über sportliche Ambitionen verfügen und im Idealfalle einen langfristigen Trainingsplan verfolgen.

Zudem ist der starre Lauf nicht jedermanns Geschmack. Das Erfordernis, stets mit mehr oder weniger voller Intensität in die Pedale zu treten, kann schnell einmal sehr anstrengend werden und zu Überforderungen führen. Viele Indoorbikes sind daneben nicht in der Lage, unterschiedliche Geschwindigkeitsstufen oder ähnliche Variationen anzubieten.

Auch hier erfolgt die Ausrichtung also an eine sportliche Klientel, die mit diesen Herausforderungen umgehen kann. Darüber hinaus ist das Gewicht des Schwungrades für den Komfort beim Fahren entscheidend. Meist wird dieses mit einer Last von mehr als 20 Kilogramm offeriert – gerade Neueinsteiger werden damit aber zunächst keinen Spaß haben, gelingt es doch nur selten einmal, einen runden Tritt zu absolvieren.

Das optimale Trainingsgerät?

Das Spinningrad eignet sich somit nicht, um eine Alternative zur nachmittäglichen Spazierfahrt zu schaffen oder um den Heimtrainer zu ersetzen. Insbesondere geübte Sportler werden indes feststellen, dass sie mit diesem Gerät eine neue Stufe des individuellen Trainings erreichen. Denn das regelmäßige Programm lässt sich hiermit durchaus erweitern, übernimmt es doch vielfältige Funktionen, die dem Körper in seiner Gesamtheit zugutekommen.

Daneben ist die Intensität derart hoch, dass im Regelfall auch der tägliche Jogginglauf, das Schwimmen im See und ähnliche Ausdauersportarten ergänzt werden können. Für ein Training auf hohem Niveau sind die Spinningräder daher unverzichtbar. Wer demgegenüber keine gesteigerten Ambitionen besitzt oder lediglich eine sanfte Möglichkeit sucht, um die Muskeln und den Organismus ein wenig zu stärken, wird damit vermutlich nicht glücklich werden. Alle anderen Anwender finden neben der sportlichen Ertüchtigung auf dem Rad aber durchaus Spaß und Entspannung.

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